Anfang Dezember 2015 war es soweit – Gummistiefel gekauft, Koffer gepackt, auf geht’s nach Venedig. Nach wochenlanger Vorfreude sollte es am 05.12.2015 endlich losgehen in die Serenissima.

5 Tage in der Lagunenstadt standen bevor und ich freute mich auf viele viele fotografische Streifzüge. Nach halbdurchfeierter und schlafloser Nacht saßen wir gegen halb fünf in der Frühe im Zug, der uns nach Düsseldorf zum Flughafen bringen sollte.  Etwas angeschlagen von vorhergegangener Weihnachtsfeier und Schlafmangel, klappte die Zugfahrt besser, als befürchtet. Sogar das ein oder andere Stündchen Schlaf war noch drin.

Nach pünktlichem Start landeten wir wohlbehalten am Airport Marco Polo in Venedig, wo uns recht milde Temperaturen und Sonnenschein begrüßten. Ein kurzer Marsch zur Anlegestelle der Alilaguna von wo wir mit dem Boot in die Stadt fahren wollten. Die Vorfreude war riesig… bis.. mir noch an der Haltestelle während des Wartens auf das Boot der Kreislauf Sperenzchen  machte.  Hinlegen, hinsetzen, Wundertröpfchen.. ich konnte es drehen und wenden wie ich wollte, mir war hundeelend…  🙁

Mit Alilaguna durch die Lagune und den Canal Grande zum Rialto

Die anschließende Bootsfahrt verbrachte ich, sicher zum Amüsement der Mitreisenden, mit dem Kopf im Schoß des besten aller Männer. Nur nicht hochschauen, nur nicht noch das Schaukeln der Wellen sehen, die fast auf Augenhöhe am Fenster anschlugen, nur nicht raussehen. Das schien mir die einzige Lösung zu sein um schlimmeres zu verhindern. Von der traumhaften Zufahrt durch die Lagune in den Canal Grande habe ich, ihr ahnt es, genau null, nada, niente gesehen.

Venedig in schwarz-weiß

Am Rialto angekommen, trieb mich nur noch ein Gedanke: nichts wie los zum Hotel, so schnell wie möglich, ich muss mich flachlegen..

So rannten wir denn auch mehr als wir gingen, bzw. ich rannte voraus, der beste aller Männer notgedrungen hinterher, bis wir kurze Zeit später unser Hotel Malibran erreichten. Check-in, Gepäck in den zweiten Stock und nur noch eines: hinlegen und Füße hoch. Mein Kreislauf fuhr Achterbahn, die Luft wurde mir abgeschnürt während ich gleichzeitig schwitzte wie nix. Ganz ganz toll – genau so hatte ich mir das nun nicht vorgestellt.

 

Zwischen Kollaps, Faszination und Frust – Venedig und ich, das sollte wohl nicht sein

Tja, was soll ich sagen? So ging es, mehr oder weniger, die ganzen fünf Tage weiter. Es war nicht so, dass ich nicht vor die Tür kam, oh nein, das nicht. Leider war es aber so, dass ich mir nie sicher sein konnte, wie lange ich mich problemlos durch die Stadt bewegen konnte. Mal konnte nach zehn Minuten, mal nach einer Stunde Schluss sein. Jedes Mal das gleiche Spiel: das Gefühl, mir schnürts die Luft ab, während der Kreislauf spinnt und ich mehr als einmal fürchtete, dass es mir jeden Augenblick die Lichter auspustet. So macht das so was von gar keinen Spaß! Letztlich zog der beste aller Männer mehrfach alleine los, während ich mir das Hotelzimmer von innen besah und mich maximal in nächster Umgebung aufhielt – Frust pur.  Zusammengefasst kann ich sagen: ja, ein wenig was habe ich gesehen.

Einmal reichte es für den Weg zum Rialto-Markt und anschließend mit dem Vaporetto bis zur Accademia. Dort war erst mal Schicht im Schacht – was uns dazu brachte, in die Galerie zu gehen. Sobald ich nämlich im Warmen war, ging es wieder besser.

Auch ein kurzer Ausflug nach Murano mit einem Zwischenstopp auf San Michele, der traumhaften Friedhofsinsel, war drin – wenn auch nicht mit kurzen Aussetzern.

Trotz dem war und blieb ich frustriert – wir hatten uns so sehr auf diese Zeit gefreut. Und dann das. War ich unterwegs, konnte ich es nicht wirklich genießen vor lauter Angst, gleich wieder zusammenzuklappen. Schickte ich den besten aller Männer alleine los, war ich gefrustet, weil ich ihm den lang gewünschten Trip nach Venedig versaute. Es war schlicht und ergreifend zu Haare raufen.

 

Arrivederci, Venezia – ich will nach Hause

So kam es, dass ich das allererste Mal auf Reisen wirklich froh war über jeden Tag, der vorbei war. Brachte er mich doch näher an die Heimreise. Der beste aller Männer befürchtete, dass es das nun war, was das Thema Venedig und mich anging. Und das, wo er so begeistert war (und ist) von der Stadt. Erleichtert, halbwegs ohne große Aussetzer den Heimflug und die anschließende Bahnfahrt überstanden zu haben, war ich froh, als wir wieder zu Hause waren. Venedig und ich – die große Freundschaft würde das wohl nicht werden, da war ich mir sicher… Dass es doch noch anders kam, ist eine andere Geschichte, die ich gesondert erzähle..

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