Ich habe ja einen Hang zum morbiden, kein Wunder, dass meine Phantasie auf Reisen ging, als ich gelesen habe: „Marmertinischer Kerker in Rom wieder für Besucher zugänglich“. Steht somit schon fest auf der To-Do-Liste für unseren nächsten Rom-Besuch! Worum es sich handelt? Lest selbst.

Marmertinischer Kerker – die älteste Todeszelle der Welt

marmertinischer kerker

Am Rande des Forum Romanum liegt, in den Felsen des kapitolinischen Hügels gegraben, die wohl älteste Todeszelle der Welt. Nach einigen Jahren der Restaurierung ist der Marmertinische Kerker nun wieder für Besucher zugänglich. Der Raum, in dem Petrus auf seine Hinrichtung gewartet haben soll, wurde in einer Kooperation zwischen Pilgerwerk und römischer Archäologiebehörde in der Vergangenheit untersucht und restauriert. Neben neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen erbrachte die Arbeit der vergangenen Jahre nun ein modernes Museum sowie einen neuen Zugang, der Besuchern nun offensteht.

 

Ein Gefängnis im antiken Rom?

Haftstrafen nach unserem heutigen Verständnis gab es im alten Rom nicht. Schuldige erfuhren Ächtung oder verloren ihr Vermögen, das Bürgerrecht, wurden verbannt oder Tieren zum Fraß vorgeworfen. Im Marmertinischen Kerker in Rom landeten besonders wichtige Staatsgefangene bis zur Vollstreckung ihres Urteils, also bis sie geköpft oder erhängt wurden.

Man geht davon aus, dass der „Carcer Tullianus“, im 6. Jahrhundert vor Christus von Servius Tullius erbaut wurde. Der Komplex besteht aus zwei Zellen, welche übereinander angeordnet sind. Die untere Zelle war nur durch ein kleines Loch im Boden der oberen Zelle zugänglich und war, glaubt man antiken Quellen, ein „wiederwärtiger und schrecklicher“ Ort.

Was die Delinquenten erwartete

Das Schicksal der Gefangenen, die im Marmertinischen Kerker landeten, war sich weitgehend sehr ähnlich:

Sie nahmen am Triumphzug des siegreichen Feldherrn teil und wurden anschließend getötet. Die Toten wurden dann auf der Gemonischen Treppe zur Schau gestellt und nach einiger Zeit meist in den Tiber geworfen.

Etliche prominente Insassen sind im Tullianum verewigt, Namen, die die römische Macht bedrohten. Simon bar Giora, der (erfolglos) Jerusalem gegen Titus zu verteidigen versuchte und Jugurtha, der Numidierkönig, sind nur zwei davon.

Nicht belegt, aber gerne beschrieben ist, dass angeblich auch Petrus und Paulus hier inhaftiert wurde und seine Wärter bekehrt haben soll. Petrus soll nach dem Sturz durch die Öffnung im Boden der oberen Zelle im unteren Kerker mit dem Kopf an die Wand geschlagen sein. Die noch heute sichtbare Delle in der Wand wird jedenfalls diesem Sturz zugeschrieben.

Mit dieser Geschichte, Petrus betreffend, lässt sich sagen: Einen stichhaltigen Nachweis für dessen Gefangenschaft im Marmertinischen Kerker gibt es nicht. Ebensowenig gibt es einen Beweis, dass dem nicht so war. In diesem Sinne: Ein jeder kann glauben, was er möchte!  🙂

 

Da ich so schnell nicht die Gelegenheit haben werde: war vielleicht schon jemand dort und hat den Programmpunkt „Marmertinischer Kerker“ absolviert? Dann berichtet doch mal – ich bin, wie immer, neugierig! 🙂

 

Marmertinischer Kerker im Panorama-Überblick:
http://www.archeoroma.beniculturali.it/carcer-tullianum/index.php?carcer

Der Marmertinische Kerker befindet sich hier:

Adresse:
Clivo Argentario 1
00186 Roma

Öffnungszeiten 2016 (ohne Gewähr):

Donnerstag, 21. Juli 2016 – Dienstag, 11. Oktober 2016

Weiterführende Informationen bei ArcheoRoma:

http://www.archeoroma.beniculturali.it/

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3 Gedanken zu „Marmertinischer Kerker – älteste Todeszelle der Welt | ROM

  1. Das klingt spannend und kommt sofort auf die Merkliste für den nächsten Rom Besuch. Da fällt mir sein, dass der sowieso viel zu lange zurückliegt 😉

  2. Rom ist ein Traum. Ich fühle mich dort auch wie zuhause. Den Kerker kannte ich noch nicht, kommt aber auf die Liste für den nächsten Besuch. 😉 Danke für den Tipp.

    LG Daniela

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