Der „Campo Santo Teutonico e dei Fiamminghi“ – Friedhof der Deutschen und der Flamen, ist eine sogenannte exterritoriale Besitzung.  Zwar befindet er sich innerhalb der vatikanischen Mauern, liegt jedoch auf italienischem Staatsgebiet. Um ihn zu erreichen, durchquert man daher das Staatsgebiet der Vatikanstadt…

Die Geschichte des Campo Santo reicht zurück bis in die Zeit Karls des Großen, der 799 in Rom von den Landmannschaften der Franken, Friesen, Sachsen und Langobarden in Rom empfangen wurde. Die genaue Gründung ist, nach meiner Information, bis heute nicht vollständig geklärt und es existieren verschiedene Theorien.

 

Wer die grüne Oase des Friedhofs besuchen und sich in Ruhe umsehen möchte, erbittet zwischen 9 und 12 Uhr bei den Schweizer Gardisten am Largo Paolo VI in deutscher Sprache den Zutritt. Bitte vergessen Sie nicht, auf angemessene Kleidung zu achten. Unbedeckte Schultern und Knie könnten sonst dafür sorgen, dass Ihnen der Besuch, trotz des Gebotes, dass Deutschen und deutschprachigen der Zugang gewährt werden muss, verwehrt wird 😉

Campo Santo Teutonico

Ungefähr 70 Meter hinter dem Portal, durch das man den Vatikan betreten hat, befindet sich der hoch ummauerte Friedhof. Nicht sehr groß, aber liebevoll angelegt und gepflegt – eine wahre Ruheoase inmitten des lauten, immer geschäftigen Rom. Von Anfang an war der Friedhof für Pilger aus dem Heiligen Römischen Reich angedacht, welche die Heimreise von ihrer Pilgerfahrt nicht mehr antreten konnten.

 

Neben den auf Pilgerfahrt Verstorbenen, diente der Friedhof auch vielen deutschen oder deutschstämmigen Geistlichen als letzte Ruhestätte. Im Laufe der Zeit wurde auch die ein oder andere bedeutende Persönlichkeit aus Politik, Diplomatie, Kirche und Kunst hier beigesetzt.

 

Heute haben Mitglieder der Erzbruderschaft, Angehörige von Ordenshäusern mit deutschem Ursprung sowie das Germanikum und die Anima (beides deutsche Kollegien) Anspruch auf eine Bestattung auf dem Campo Santo Teutonico. Seit dem 15. Jahrhundert sind auf der Anlage rund 1400 Personen namentlich genannt.

 

Entlang der Mauer spazieren Sie vorbei an Darstellungen des Kreuzwegs und werden immer wieder vor Inschriften auf Grabtafeln zu Ihren Füßen oder in Augenhöhe in die Mauer eingelassen, verweilen. Lassen Sie sich bei einem Besuch Zeit – und die einmalige Stimmung dieses wunderbaren Kleinods auf sich wirken.

 

Dass es Fotomotive en Masse gibt, braucht man kaum zu erwähnen. Hier lässt es sich wunderbar mit verschiedenen Perspektiven spielen. Achten Sie darauf, andere Besucher nicht zu stören oder unachtsamerweise auf Gräbern herumzulaufen. Dies ist, angesichts des beengten Raumes nicht ganz einfach, aber es funktioniert. Ach ja, da auf dem Campo Santo durchaus auch in jüngster Zeit noch Bestattungen stattgefunden haben und es somit noch lebende Angehörige gibt: Nehmen Sie als Fotograf Rücksicht und veröffentlichen Sie keine Fotos, auf welchen alle Daten erkennbar sind. Es ist ohnehin ein Privileg, dass das Fotografieren nicht ausdrücklich verboten ist – keine Selbstverständlichkeit in Italien!

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