brutta figura – in meinem Beitrag zur „bella figura“ in Italien habe ich es ja angedeutet, auch auf das Gegenteil einzugehen. Andiamo – hier der ultimative Fettnäpfchen-Navigator. So verpasst ihr garantiert keinen Fettnapf in „Bella Italia“ 🙂

 

Brutta figura – ultimative Fettnäpfchen für Jedermann

Man kennt das ja.. da fährt man endlich in den langersehnten Urlaub und weiß sich durchaus zu benehmen – auch außerhalb unserer Landesgrenzen. Es gibt aber immer noch genug Zeitgenossen, die sich förmlich auf die Jagd nach den besten Fettnäpfchen machen. Um es leichter zu machen, kommt hier der Fettnäpfchenführer – garantiert kein No-Go mehr auslassen. Nur so kann man nach dem Urlaub so richtig authentisch über die „blöden“ Südländer vom Leder ziehen oder sich mit der eigenen Kultiviertheit brüsten – von der man ja jenseits der Alpen eh nix versteht 🙂

 

Numero 1:

Kleider machen Leute – das gilt nur für die Anderen!

Man kennt das ja: man möchte in der schönsten Zeit des Jahres natürlich viel von der fremden Kultur in sich aufnehmen und erleben. Da bleibt es nicht aus, dass man(n) viel und lange zu Fuß unterwegs ist. Da es sehr heiß und man im Urlaub ist, ist legere Klamotte das Gebot der Stunde. Rein in die Sandalen, die quarkweißen, gut behaarten Beine weiß Tennissocken-bestrumpft, die Cargohose muss natürlich kurz sein und das Hemd wird vom gepflegten Bierbauch fast gesprengt. So kann man gar herrlich durch die Städte flanieren, ohne Angst zu haben, wegen seines stilsicheren Äußeren bewundert zu werden. Lange Hose und die (gepflegten) Füße in einem geschlossenen Schuh verstecken? Wo kommen wir denn da hin? Das ist doch nur was für Lackaffen – nicht für gestandene Männer! Jawoll!

Eine vorzügliche Variation des oben erwähnten ist, das das Bäuchlein umspannende Hemd durch ein weißes Feinripp-Gewand undefinierbaren Alters zu ersetzen. So haben die Betrachter noch mehr davon – und warum sollte man nicht stolz das schweißverklebte Brusthaar präsentieren? Man(n) muss zeigen, was man hat!

Wer also sicherstellen möchte, aller Augen Blicke auf sich zu ziehen und „brutta figura“ zu machen, der beachte die o. g. Stylingtipps.

 

Numero 2:

Sommer, Sonne, Strand & Meer

Kommen wir vom anziehen zum ausziehen… nämlich am Strand. Ein Garant für ungeteilte Aufmerksamkeit ist es, sich am Strand in sein Laken zu wickeln um dann unter aller Augen mehr oder weniger elegant in die Badekleidung zu schlüpfen. Die (an den meisten Stränden vorhandenen) Umkleidebereiche sind nur etwas für Verklemmte und überflüssige Verschwendung von Baumaterial und Geld.

Wahre Begeisterungsstürme löst man aus, wenn man seinen Adoniskörper in eine weiße Badehose (Männlein) oder einen String (Weiblein) steckt. Ersteres stellt sicher, dass jeder Strandbesucher mehr von der Region südlich der Taille zu sehen bekommt, als gedacht. Der String zeigt hingegen, dass das Selbstbewusstsein so groß ist, dass auch die Klassifizierung als „billig“ oder „ordinär“ daran nichts ändern kann! Da nichst über ein gesundes Selbstbewusstsein geht, werden die genannten Tipps selbstverständlich umgehend umgesetzt!

Viva la brutta figura!

 

Numero 3

Im Restaurant – hier bin ich König und wähle meine Residenz

Vom (schönen?) äußeren Schein kommen wir jetzt zu kulinarischen Gefilden. Zu jedem schönen Urlaub gehören die passenden Gaumenfreuden. Was liegt also näher, als sich des Abends von leckeren italienischen Köstlichkeiten den Magen füllen zu lassen? Das tut man selbstverständlich im Restaurant.

Man hat ein Restaurant seiner Wahl auserkoren, jetzt gilt es, ein lauschiges Plätzchen zu finden. Kein Problem: man ignoriere den cameriere (Kellner), der an, vor oder unmittelbar hinter der Tür steht geflissentlich, marschiere schnurstracks auf den gewünschten Platz zu und lasse sich nieder. Schließlich weiß man, was man will – und warum sollte jemand anderes entscheiden, wo man zu sitzen hat? Wäre ja noch schöner! Was diese Südländer sich aber auch denken. Erwarten die ernsthaft, dass man sich einen Platz zuweisen lässt?

Derart gut in einen entspannten Abend eingeführt, echauffiert man sich dann noch über die (im besten Fall) verwirrten Blicke die einen begleiten oder über die (im schlimmsten Fall) unterkühlte Bedienung, die einem zuteil wird.

 

Numero 4

Im Restaurant, die 2. – gezahlt wird, was gegessen wurde und zwar getrennt!

Ist der Magen mit italienischen Gaumenfreuden gefüllt und der Rotwein geleert, macht sich wohlige Bettschwere breit. Zeit, zu zahlen und aufzubrechen.

Um den Abend abzurunden, verlangt man nach der Rechnung – welche umgehend kommt. Und zwar genau EINE Rechnung. Für den gesamten Tisch! Ja ne, so geht das ja nicht, warum sollte ich Tante Wiltrudes maßlose Völlerei mitzahlen, ich hab doch nur ein Bruschette für drölffuffzich!

Da das so ja ganz und gar nicht geht, wird, selbstredend im Kommandoton, der Kellner (den man schon arg strapaziert hat) herbeibeordert. Die Rechnung hat gefälligst getrennt aufgestellt zu werden – man füttert ja nicht den ganzen Tisch durch.

Auf die einfache Idee, den Gesamtbetrag durch die Anzahl der am Tisch anwesenden zu teilen kommt man nicht. Wenn doch, wird sie, nach kurzem durchrechnen, rasch verworfen. Weil: ey, dann zahlt man ja 2.50 mehr, als man tatsächlich selbst verzehrt hat. Jeht ja gar nüscht! Immer diese Italiener, das hat doch Methode, die wollen bestimmt bescheissen!

Damit wir in der Beliebtheitsskala noch weiter aufsteigen, machen wir jetzt mal deutlich, wie eine „vernünftige“ Rechnung auszusehen hat. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, fordern wir anschließend den Kellner noch großzügig auf, den Rechnungsbetrag um 23,8 ct aufzurunden. Dessen stirnrunzelnden Blick interpretieren wir gönnerhaft als „Mensch Ede, guck mal, der arme hat heut sicher noch kein Trinkgeld bekommen!“.

Wer diese Tipps einhält, der befindet sich auf dem richtigen Weg, um „brutta figura“ zu machen. Selbstverständlich lässt sich das noch perfektionieren – mehr Tipps gibt es in einem gesonderten Beitrag.

Wer in diesen vier Punkten, die garantiert für „brutta figura“ sorgen, Ironie zu finden glaubt: Herzlichen Glückwunsch, der Kandidat hat 100 Punkte 🙂

Selbstvertständlich lässt sich dieser Fettnäpfchenführer noch ergänzen, was ich auch tun werde, aber zu einem späteren Zeitpunkt 🙂

 

Wie siehts bei Euch aus? Welche Fettnäpfchen kennt ihr und in welchem Land treten sie eurer Meinung nach auf?

 

 

 

 

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3 Gedanken zu „Brutta figura: Fettnäpfchenführer für Italien

  1. Liebe Annik,
    das kommt mir alles wohl bekannt vor! Ich habe eine Zeit lang am Flughafen gearbeitet. Du konntest an der Kleidung feststellen, aus welchem Flieger die Gäste kamen. Die Italiener und Italienerinnen immer sehr schick! Ich muss bei Städtereisen immer einen Kompromiss beim Schuhwerk eingehen. Gerade wenn man viel läuft und dann noch über Kopfsteinpflaster geht es leider nicht mit schönen Schuhen. Leider!

    Danke für die Tipps, die Liste bringt mich auf viele weitere Ideen zu Blogbeiträgen z.B. den Fettnäpfchen im Schlosshotel http://rausinsleben.de/fettnaepfchen-im-schlosshotel/

    Lieben Gruß
    Renate

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